Große Aufregung in Folge 51 „Glücklichkeit“ von „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“: Dönerbudenbetreiber Ahmed bekommt eine Steuerrückzahlung von 15.000 Euro, da dank des Gleichstellungsgesetzes der EU ab jetzt Lebensmittel mit Migrationshintergrund steuerfrei sind. Postbote Kalle überredet seinen Kumpel natürlich, die Kohle erstmal im Spielkasino anzulegen. Das bringt Ahmeds Frau, Heidemarie Schinkel, Leiterin des Arbeitsamts Wedding, auf die Palme. Denn das Geld sollte ihrer Meinung nach nicht verzockt, sondern in die Ausbildung ihrer Kinder Walter und Ulrich – deren leiblichen Vater, wenn ich das als Neueinsteiger richtig verstanden habe, eigentlich Kalle ist – angelegt werden, die schließlich mal in Russland studieren sollen. Aber Fortuna ist den beiden hold und die Kohle wird am Schluss vervierfacht. Glücklichkeit pur!
Wie bereits hier berichtet bin ich seit kurzem glühender Fan des Primetime-Theaters im Wedding und der dort inszenierten Serie. Besonders beeindruckt hat mich wieder der herrliche Sprachfehler von Kalle, der fast mit geschlossenem Mund und leicht raushängender Zunge eine Art schmatzendes Lispeln hinbekommt, das seinem prolligen Berliner Dialekt die richtige Würze gibt.
Richterin Klara Fall – seit neustem mit Postbote Kalle liiert – hat derweil Probleme mit ihrer spätpubertierenden Tochter, Sängerin der Band „Friedrichshainis“ und frisch gebackene Abiturientin. Ein Besuch beim griechischen Psychologen Dr. Philantropoulos bringt die beiden jedoch wieder zusammen. Man entdeckt gemeinsame Leidenschaften, beispielsweise für Musik und fürs Kiffen. Die unerwartet neu entfachte Familienidylle gebiert glatt einen neuen Songs für die Friedrichshainis: „Mutter“. Der Text ist dermaßen einfältig und schmalzig, dass er von Dieter Bohlen sein könnte, wenn der auf Deutsch schreiben würde. Die beiden Sängerinnen sind völlig überspannt und in ihrem affektierten Teenie-Gesten gefangen. Die beiden tragen nicht nur die gleichen Klamotten, sie sind gleich, da sitzt jede Geste und jeder Blick. Da können sich die psychologischen Berater von Casting-Shows noch was abschauen, um ihre Mädels in Sachen Dämlichkeit noch besser auf die Käuferzielgruppe abrichten zu können. Ich bog mich jedenfalls vor Lachen.
Arbeitsamtschefin Heidemarie Schinkel, die nach kurzem, aber intensivem Mutterschutz das Arbeitsamt wieder mit strenger Hand leitet und die aufsässigen Arbeitslosen, die sich mit Forderungen nach Arbeitslosennachtzulage und Schnittchen auf den Amtsfluren unbeliebt gemacht hatten, erneut auf Kurs gebracht hat, verlost seit neuestem die Jobs im Wedding. Berufstürke Mahmud hat dieses Mal Glück und zieht einen Promotion-Job. Wie Frau Schinkel auf sächsisch das Wort „Promotion“ ausspricht, das kann man leider nicht schreiben, dass muss man gehört haben.
Ich freu mich auf jeden Fall schon auf Folge 52: „Mister Gesundbrunnen“.
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